Bilanz der Biotonnen-Aktion in Beckum

Über 85 Prozent sortieren vorbildlich

Das Aktionsteam warf über mehrere Wochen einen Blick in die Beckumer Biotonnen.

Eigentlich ist der Inhalt dieser Tonne gut für die Kompostierung geeignet, aber die Tüten dürften nicht sein. Deshalb wurde hier ein gelber Anhänger ausgegeben mit einem Hinweis, wie es noch besser geht.

In dieser Tonne war leider gar nichts „bio“: Sie bekam einen roten Anhänger und wurde nicht abgefahren.

Beckum. Mehrere Wochen war ein Aktionsteam in Beckum unterwegs auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die in der Biotonne nichts zu suchen haben. Die Aktion des Kompostwerks in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Stadt Beckum soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen. Jetzt ziehen die Beteiligten Bilanz.

An insgesamt 24 Abfuhrtagen warf das Team einen Blick in die bereitgestellten Tonnen und verteilte Anhänger. Nach dem Ampelprinzip galt dabei: grün - alles in Ordnung, gelb - es könnte besser sein, rot - sehr viele Störstoffe, die Tonne wird nicht abgefahren und muss nachsortiert werden. Von den 3.751 in Augenschein genommenen Biotonnen bekamen 3.206 Stück (85,47%) einen grünen Anhänger: Sie waren vorbildlich sortiert. In den 339 Biotonnen, die einen gelben Anhänger bekamen, waren vor allem Plastiktüten das Problem. Weder „normale“ Plastiktüten noch solche, deren biologische Abbaubarkeit gegeben ist, dürfen im Kreis Warendorf in die Biotonne. Der Grund: Sie alle müssen kostenintensiv aussortiert werden, was trotz modernster Technik nicht immer ganz gelingt. Verbleibende Plastikteile und Kunststofffetzen, die im Verarbeitungsprozess im Kompostwerk immer kleiner werden, verunreinigen am Ende den Kompost und landen im Garten und auf Feldern. Das gilt auch für die „biologisch abbaubaren“ Tüten. Der Abbau dauert wesentlich länger als die Verarbeitung des Biomülls im Kompostwerk.

Rote Anhänger gab es in Beckum auch: 206 Tonnen wurden im Verlauf der Aktion damit gekennzeichnet und daraufhin nicht abgefahren. Der Inhalt dieser Tonnen war für eine Verarbeitung im Kompostwerk nicht mehr geeignet, teilweise erinnerten die Behälter an Restmülltonnen.