Biotonnen-Aktion für bessere Kompostqualität

Beckum. Seit Montag werfen Mitarbeiter der Stadt Beckum und der AWG einen Blick in die Biotonnen in Beckum - auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die dort nicht hineingehören. Die Aktion des Kompostwerks Warendorf in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Stadt soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen. Im März war der Start wegen der Corona-Lage kurzfristig abgesagt worden.

Unter Corona-Bedingungen unterwegs - zum Auftakt der Biotonnen-Aktion in Beckum freute sich das Team über viele „grüne Tonnen“ (v.l.): Silke Stöppel (Stadt Beckum), Rebecca Deppe (AWG), die Honorarkräfte Heiko Stegemann und Jörg Raabe, Georg Hellenkamp (Betriebsleiter Kompostwerk Warendorf) sowie Dr. Ralf Thorwirth (Geschäftsführer HORIZONTE e.V.).

„Wir hoffen, die Bürgerinnen und Bürger mit der Aktion auf das Problem der Störstoffe in den Biotonnen aufmerksam machen zu können“, erklärt Silke Stöppel von der Stadt Beckum, „mit den grünen Anhängern belohnen wir diejenigen, die alles richtig machen.“ Beim ersten Rundgang in diesem Jahr schaute das Team in 219 Biotonnen. Sieben davon bekamen einen roten Anhänger (3 %). Der häufigste Grund für eine rote Karte an der Tonne sind Plastiktüten. Georg Hellenkamp, Betriebsleiter des Kompostwerks Warendorf: „Plastiktüten, verpackte, überlagerte Lebensmittel oder verpackter Bioabfall sind ein großes Problem bei uns im Kompostwerk.“ Denn: Der wertvolle Bioabfall komme so erst gar nicht in die Kompostierung, sondern werde mit anderen Störstoffen wie Wegwerfwindeln, alten Schuhen und ähnlichem abgesiebt. Einmal in den Kompostierungskreislauf gelangt, sind kleine Plastikteile so gut wie gar nicht mehr auszusortieren und beeinträchtigen die erzeugten Kompostqualitäten.

17 Biotonnen zeichneten die Mitarbeiter mit einem gelben Anhänger aus (8 %). Meistens, weil sich in diesen Tonnen zwar Biomüll befand, dieser aber in Plastiktüten in die Tonnen wanderte. Ein besonderes Problem dabei sind so genannte „kompostierbare“ Tüten, die im Kreis Warendorf nicht genutzt werden dürfen. Hellenkamp: „Im Kompostwerk in Ennigerloh verrotten diese Tüten nicht.“ Sein Tipp: Bioabfälle in herkömmlichen Tüten sammeln, Inhalt in die Biotonne entleeren, Tüte zum Restmüll. Oder einfach in Zeitungspapier einschlagen. 195 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger (89 %): Sie waren richtig befüllt mit Grünschnitt, Rasenschnitt oder Küchenabfällen.

Bis in den Dezember hinein wird die Aktion in Beckum weitergeführt. Erstmals sind Mitarbeiter von HORIZONTE mit dabei – die AWG kooperiert mit dem gemeinnützigen Verein auch in anderen Bereichen. Die Biotonnen-Aktion lief im Kreis Warendorf unter Federführung der AWG in den vergangenen zwei Jahren bereits in Beelen, Ahlen, Oelde und Sassenberg.