Auftakt der Biotonnen-Aktion in Sendenhorst

Biotonnen-Aktion für bessere Kompostqualität

Informieren über die Hintergründe der Aktion: Rebecca Deppe (Unternehmenskommunikation AWG), Georg Hellenkamp (Kompostwerk Warendorf) und Tiffany Dragon (Stadt Sendenhorst).

Eine Biotonne sah am Montag so aus. Neben Backblechen fand sich Altpapier im Behälter, der nicht geleert wurde.

Die als "kompostierbar" beworbenen Plastiktüten benötigen für die Verrottung zu lange. Daher sind Sie im Kreis Warendorf von der Entsorgung über die Biotonne ausgeschlossen.

Seit Montag wird ein Blick in die Sendenhorster Biotonnen geworfen - auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die dort nicht hineingehören. Die Aktion des Kompostwerks Warendorf in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Stadt Sendenhorst soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen.

„Wir hoffen, die Bürgerinnen und Bürger mit der Aktion auf das Problem der Störstoffe in den Biotonnen aufmerksam machen zu können“, erklärt Tiffany Dragon von der Stadt Sendenhorst, „mit den grünen Anhängern belohnen wir diejenigen, die alles richtig machen.“ Am ersten Aktionstag schaute das Team in 252 Biotonnen. 14 davon bekamen einen roten Anhänger  (5,5 %). Der häufigste Grund für eine rote Karte an der Tonne sind Plastiktüten. Georg Hellenkamp, Betriebsleiter des Kompostwerks Warendorf: „Plastiktüten, verpackte, überlagerte Lebensmittel oder verpackter Bioabfall sind ein großes Problem bei uns im Kompostwerk.“ Denn: Der wertvolle Bioabfall komme so erst gar nicht in die Kompostierung, sondern werde mit anderen Störstoffen wie Wegwerfwindeln, alten Schuhen und ähnlichem abgesiebt. Einmal in den Kompostierungskreislauf gelangt, sind kleine Plastikteile so gut wie gar nicht mehr auszusortieren und beeinträchtigen die erzeugten Kompostqualitäten.

35 Biotonnen zeichnete das Team mit einem gelben Anhänger aus (14 %). Meistens, weil sich in diesen Tonnen zwar Biomüll befand, dieser aber in Plastiktüten in die Tonnen wanderte. Ein besonderes Problem dabei sind so genannte „kompostierbare“ Tüten, die im Kreis Warendorf nicht genutzt werden dürfen. Hellenkamp: „Im Kompostwerk in Ennigerloh verrotten diese Tüten nicht.“ Sein Tipp: Bioabfälle in herkömmlichen Tüten sammeln, Inhalt in die Biotonne entleeren, Tüte zum Restmüll. Oder einfach in Zeitungspapier einschlagen. 203 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger (80,5 %): Sie waren richtig befüllt mit Grünschnitt, Rasenschnitt oder Küchenabfällen.

Bis in die Herbstferien wird die Aktion in Sendenhorst weitergeführt. Die Biotonnen-Aktion lief im Kreis Warendorf unter Federführung der AWG in den vergangenen Jahren auch in Sassenberg, Beckum, Beelen, Ostbevern, Ahlen und Oelde.

Das gehört hinein:

Küchenabfälle, wie Obst (auch Zitrusfrüchte und Bananen), Gemüse- und Speisereste, Kaffeesatz mit Filter, Eierschalen und Teebeutel.

Grünabfälle aus dem Garten, wie z.B. verwelkte Blumen, Rasen- und Strauchschnitt, Laub und Wildkräuter.

Reicht die Biotonne einmal nicht aus, so können Gartenabfälle direkt zum Kompostwerk oder zu den Recyclinghöfen in Sendenhorst (Am Mergelberg 7) oder Sendenhorst-Albersloh (Buschkamp 18a) gebracht werden.

Das gehört NICHT hinein:

sogenannte „kompostierbare“ Abfalltüten, Plastikbeutel, Mülltüten, Einwegwindeln, Binden, Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen und -asche, Grill-, Ofen- und Holzasche, behandeltes Holz, Straßenkehricht, Leder, Wolle, Haare, Federn, Knochen, Blumentöpfe, Hydrokultursubstrat