Funktionsfähige Haushaltsgeräte für Flutopfer gesucht

AWG und Horizonte nehmen Elektrogroßgeräte an

 

Kreis Warendorf. Ennigerloh. Den ersten Horror haben die Menschen im Katastrophengebiet  zwischen Hagen und Erftstadt, im Mosel- oder Ahrtal mehr oder weniger gut überstanden. Die großen Hilfsorganisationen mit tausenden von freiwilligen Helferinnen und Helfern tun seitdem gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk und der Bundeswehr alles Menschenmögliche, um die Menschen in der großen physischen und psychischen Not zu betreuen, Straßen wieder notdürftig befahrbar zu machen und Infrastruktur zu reparieren. Die Einwohnerinnen und Einwohner und weitere Freiwillige arbeiten bis weit über die Erschöpfungsgrenzen hinaus, um zerstörte Einrichtungsgegenstände und den allgegenwärtigen Schlamm aus den Häusern zu bekommen. Bestenfalls steht danach die leidgeprüfte Bevölkerung vor einem leeren Haus. Wer die immensen Kosten des Neuanfangs dann trägt, ist trotz vieler Geldspenden und Hilfszusagen von Land und Bund derzeit noch ungewiss.


Hier möchte die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf und die Kreisverwaltung  gemeinsam mit dem Verein Horizonte e. V., Ennigerloh, ansetzen und praktische und unmittelbare Hilfe für die Flutopfer bieten. Am Freitag, den 30.7. und Samstag, den 31.7.2021,  wird es eine Wiederverwertungsaktion für voll funktionsfähige Elektrogroßgeräte sowie Küchenstühle und –tische geben.

Die Idee dahinter erläutert AWG-Geschäftsführer Thomas Grundmann genauer: „Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Warendorf dazu auf, gut erhaltene und voll funktionsfähige Elektrogroßgeräte zum Verein Horizonte an der Westkirchener Straße 90 in Ennigerloh zu bringen. Daneben steht auch am Entsorgungspunkt Ennigerloh auf dem Gelände des Entsorgungszentrums am Westring 10, Ennigerloh, eine Annahmestelle bereit, um solche Geräte anzunehmen. Um einen Grundstock von Einrichtungsgegenständen zu bieten, bitten wir daneben um die Abgabe von Tischen und Stühlen für den Küchenbereich. Des Weiteren können Wasserkocher, Filterkaffeemaschinen und Tauchsieder abgegeben werden, um Wasser durch Abkochen keimfrei zu bekommen. Daneben werden Mikrowellen und mobile Elektrokochplatten im Krisengebiet nachgefragt.“
Die Öffnungszeiten des Vereins Horizonte sind am Freitag 8:00-17:00 Uhr und Samstag 10:00-14:00 Uhr. Der Entsorgungspunkt am Westring 10, Ennigerloh, ist am Freitag von 8.00-17:00 Uhr und am Samstag in der Zeit von 8:00-12:00 Uhr geöffnet.
Der Landrat des Kreises Warendorf, Dr. Olaf Gericke, hebt die wichtige Kommunikation  mit den Einsatzzentralen hervor:
„Nach Rückfrage bei den Krisenstäben der Katastrophenregionen werden in erster Linie Elektro-Großgeräte (sog. Weiße Ware) wie Herde, Kühlschränke oder -truhen, Waschmaschinen und Wäschetrockner gesucht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins HORIZONTE e.V. und der AWG werden die technische Funktion der gespendeten Geräte überprüfen und so die Funktionstüchtigkeit gewährleisten.“

 

„In enger Abstimmung mit den koordinierenden Leitstellen vor Ort, werden wir dann die gesichteten und geprüften Elektrogeräte zur rechten Zeit an den rechten Ort bringen“ Dazu nutzen wir die Fahrzeuge der AWG. Es haben sich sofort Kollegen gefunden, die die Fahrten freiwillig übernehmen. Durch die enge Abstimmung mit den Einsatzkräften stellen wir zum Einen sicher, nicht unbeabsichtigt im Weg zu stehen und dass die gespendeten Geräte zielgerichtet und so zeitnah wie möglich zu den bedürftigen Haushalten gelangen,“ verdeutlicht der Umweltdezernent des Kreises Warendorf, Dr. Herbert Bleicher, selbst gebürtiger Hagener, das weitere Vorgehen.

„Mich freut es sehr, dass bereits seit einigen Tagen Angestellte des Unternehmensverbundes mit einem Abfall-LKW die Hagener Kollegen beim Abtransport der riesigen Sperrmüllmengen unterstützen“, fügt Dr. Bleicher persönliche Worte hinzu.

 

Abfallwirtschaftsgesellschaft, Kreisverwaltung und Horizonte hoffen gemeinsam mit IHNEN etwas zu bewegen und freuen sich über eine rege Teilnahme.

 

„Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel