Biotonne in Ostbevern: Über 80 Prozent sortieren vorbildlich

Probleme bereiten Tüten, Verpackungen und Restabfall

An den allermeisten Biotonnen hinterließ das Aktionsteam einen grünen Anhänger und sagte damit „Danke“ für das vorbildliche Trennen.

Hier war leider fast gar nichts „bio“: Die Tonne bekam einen roten Anhänger und wurde nicht abgefahren. Ein Kreislauf, dessen Bestandteil guter Kompost ist, ist mit diesem Tonneninhalt nicht möglich.

Mehrere Wochen war ein Aktionsteam in Ostbevern unterwegs auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die in der Biotonne nichts zu suchen haben. Die Aktion des Kompostwerks in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Gemeinde Ostbevern soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen. Jetzt ziehen die Beteiligten Bilanz, bevor es dann stichprobenartig weitergeht.

Nach dem Ampelprinzip galt bei der Biotonnen-Aktion: grün - alles in Ordnung, gelb - es könnte besser sein, rot - sehr viele Störstoffe, die Tonne wird nicht abgefahren und muss nachsortiert werden. Von den 1.328  in Augenschein genommenen Biotonnen bekamen 1.083 Stück (81,55%) einen grünen Anhänger: Sie waren vorbildlich sortiert. In den 132 Biotonnen, die einen gelben Anhänger bekamen, waren vor allem Plastiktüten das Problem. Weder „normale“ Plastiktüten noch solche, deren biologische Abbaubarkeit gegeben ist, dürfen im Kreis Warendorf in die Biotonne. Der Grund: Sie alle müssen kostenintensiv aussortiert werden, was trotz modernster Technik nicht immer ganz gelingt. Verbleibende Plastikteile und Kunststofffetzen, die im Verarbeitungsprozess im Kompostwerk immer kleiner werden, verunreinigen am Ende den Kompost und landen im Garten und auf Feldern. Das gilt auch für die „biologisch abbaubaren“ Tüten. Der Abbau dauert wesentlich länger als die Verarbeitung des Biomülls im Kompostwerk.

Rote Anhänger gab es in Ostbevern auch: 113 Tonnen wurden im Verlauf der Aktion damit gekennzeichnet und daraufhin nicht abgefahren. Der Inhalt dieser Tonnen war für eine Verarbeitung im Kompostwerk nicht mehr geeignet, teilweise erinnerten die Behälter an Restmülltonnen.

Die Biotonnen-Aktion wird in den kommenden Monaten in Stichproben weitergeführt.