Biotonnen in Ennigerloh: Rund 86 Prozent sortieren vorbildlich

Probleme bereiten Plastik, Kippen, Katzenstreu und Kot

In dieser Tonne war leider gar nichts „bio“: Sie bekam einen roten Anhänger und wurde nicht abgefahren. Ein Kreislauf, dessen Bestandteil guter Kompost ist, ist mit diesem Tonneninhalt nicht möglich.

In Aktion für weniger Störstoffe in den Ennigerloher Biotonnen: Jörg Raabe (links) und Werner Paulfeuerborn schauten genau hin. Ziel ist es, reine Bioabfälle in den Tonnen zu haben, aus denen guter Kompost hergestellt werden kann.

Mehrere Wochen war ein Aktionsteam in Ennigerloh unterwegs auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die in der Biotonne nichts zu suchen haben. Die Aktion des Kompostwerks in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Stadt Ennigerloh soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen. Jetzt ziehen die Beteiligten Bilanz.

Nach dem Ampelprinzip galt bei der Biotonnen-Aktion: grün - alles in Ordnung, gelb - es könnte besser sein, rot - sehr viele Störstoffe, die Tonne wird nicht abgefahren und muss nachsortiert werden. Von den 2.780 in Augenschein genommenen Biotonnen bekamen 2.390 Stück (85,97%) einen grünen Anhänger: Sie waren vorbildlich sortiert. In den 216 Biotonnen, die einen gelben Anhänger bekamen, waren vor allem Plastiktüten das Problem. Weder „normale“ Plastiktüten noch solche, deren biologische Abbaubarkeit gegeben ist, dürfen im Kreis Warendorf in die Biotonne. Der Grund: Sie alle müssen kostenintensiv aussortiert werden, was trotz modernster Technik nicht immer ganz gelingt. Verbleibende Plastikteile und Kunststofffetzen, die im Verarbeitungsprozess im Kompostwerk immer kleiner werden, verunreinigen am Ende den Kompost und landen im Garten und auf Feldern. Das gilt auch für die „biologisch abbaubaren“ Tüten. Der Abbau dauert wesentlich länger als die Verarbeitung des Biomülls im Kompostwerk. Auffällig war, dass in vielen Tonnen Zigaretten, Katzenstreu und Kot entsorgt wurden – all das gehört aber nicht in die Bio- sondern in die Restmülltonne.

Rote Anhänger gab es in Ennigerloh auch: 174 Tonnen wurden im Verlauf der Aktion damit gekennzeichnet und daraufhin nicht abgefahren. Der Inhalt dieser Tonnen war für eine Verarbeitung im Kompostwerk nicht mehr geeignet, teilweise erinnerten die Behälter an Restmülltonnen.