Biotonnen-Aktion für bessere Kompostqualität in Ostbevern

Seit Freitag wird ein Blick in Ostbeverns Biotonnen geworfen. Dabei ist das Team auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die dort nicht hineingehören.

Hier ist gar nichts Bio: Altkleider im gelben Sack wanderten in die Tonne. Dafür gab es einen roten Anhänger und die Tonne blieb stehen.

Unterwegs in Ostbevern: Abfallberaterin Angelika Füssel und Jörg Raabe (Horizonte) werfen einen Blick in die Biotonnen.

Zum Auftakt der Biotonnen-Aktion in Ostbevern informierten (v.l.) Rebecca Deppe (AWG), Jörg Raabe (Horizonte), Titus Weißenberg (Kompostwerk Warendorf), Dr. Ralf Thorwirth (Horizonte) und Abfallberaterin Angelika Füssel. Sie setzen sich ein für weniger Störstoffe im Bioabfall.

Die Aktion des Kompostwerks Warendorf findet in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Gemeinde statt. Sie soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen.

„Wir hoffen, die Bürgerinnen und Bürger mit der Aktion auf das Problem der Störstoffe in den Biotonnen aufmerksam machen zu können“, erklärt Angelika Füssel von der Gemeinde Ostbevern, „mit den grünen Anhängern belohnen wir diejenigen, die alles richtig machen.“ Beim ersten Rundgang schaute das Team in 208 Biotonnen. 15 davon bekamen einen roten Anhänger  (7 %). Der häufigste Grund für eine rote Karte an der Tonne sind Plastiktüten. Titus Weißenberg, Kompostwerk Warendorf: „Plastiktüten, verpackte, überlagerte Lebensmittel oder verpackter Bioabfall sind ein großes Problem bei uns im Kompostwerk.“ Denn: Der wertvolle Bioabfall komme so erst gar nicht in die Kompostierung, sondern werde mit anderen Störstoffen wie Wegwerfwindeln, alten Schuhen und ähnlichem abgesiebt. Einmal in den Kompostierungskreislauf gelangt, sind kleine Plastikteile so gut wie gar nicht mehr auszusortieren und beeinträchtigen die erzeugten Kompostqualitäten.

35 Biotonnen zeichnete das Team mit einem gelben Anhänger aus (17 %). Meistens, weil sich in diesen Tonnen zwar Biomüll befand, dieser aber in Plastiktüten in die Tonnen wanderte. Ein besonderes Problem dabei sind so genannte „kompostierbare“ Tüten, die im Kreis Warendorf nicht genutzt werden dürfen. Weißenberg: „Im Kompostwerk in Ennigerloh verrotten diese Tüten nicht.“ Sein Tipp: Bioabfälle in herkömmlichen Tüten sammeln, Inhalt in die Biotonne entleeren, Tüte zum Restmüll. Oder einfach in Zeitungspapier einschlagen. 158 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger (76 %): Sie waren richtig befüllt mit Grünschnitt, Rasenschnitt oder Küchenabfällen.

Bis zu den Sommerferien wird die Aktion in Ostbevern weitergeführt. Mit dabei sind Mitarbeiter von HORIZONTE – die AWG kooperiert mit dem gemeinnützigen Verein auch in anderen Bereichen. Die Biotonnen-Aktion lief im Kreis Warendorf unter Federführung der AWG in den vergangenen drei Jahren schon in Beckum, Beelen, Ahlen, Oelde und Sassenberg. Von montags bis donnerstags ist das Team derzeit auch in Ennigerloh unterwegs.