Biotonnen-Aktion in Ennigerloh für bessere Kompostqualität

Seit Montag wird ein Blick in die Ennigerloher Biotonnen geworfen - auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die dort nicht hineingehören.

Zum Auftakt der Biotonnen-Aktion informierten gemeinsam (v.l.): Rebecca Deppe (AWG), Dr. Ralf Thorwirth (Geschäftsführer Horizonte), Marie Barkhausen (Stadt Ennigerloh), Titus Weißenberg (Kompostwerk Warendorf), Jörg Raabe (Horizonte) und Werner Paulfeuerborn (Stadt Ennigerloh).

In Aktion für weniger Störstoffe in den Ennigerloher Biotonnen: Jörg Raabe (links) und Werner Paulfeuerborn schauten genau hin.

So sollte eine Biotonne nicht aussehen: Diese bekam einen roten Anhänger und wurde nicht abgefahren.

Die Aktion des Kompostwerks Warendorf in Zusammenarbeit mit der AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und der Stadt soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen.

„Wir hoffen, die Bürgerinnen und Bürger mit der Aktion auf das Problem der Störstoffe in den Biotonnen aufmerksam machen zu können“, erklärt Werner Paulfeuerborn, Abfallberater der Stadt Ennigerloh, „mit den grünen Anhängern belohnen wir diejenigen, die alles richtig machen.“ Beim ersten Rundgang schaute das Team in 161 Biotonnen. Sieben davon bekamen einen roten Anhänger  (4,3 %). Der häufigste Grund für eine rote Karte an der Tonne sind Plastiktüten. Titus Weißenberg, Mitarbeiter des Kompostwerks Warendorf: „Plastiktüten, verpackte, überlagerte Lebensmittel oder verpackter Bioabfall sind ein großes Problem bei uns im Kompostwerk.“ Denn: Der wertvolle Bioabfall komme so erst gar nicht in die Kompostierung, sondern werde mit anderen Störstoffen wie Wegwerfwindeln, alten Schuhen und ähnlichem abgesiebt. Einmal in den Kompostierungskreislauf gelangt, sind kleine Plastikteile so gut wie gar nicht mehr auszusortieren und beeinträchtigen die erzeugten Kompostqualitäten.

16 Biotonnen zeichnete das Team mit einem gelben Anhänger aus (10 %). Meistens, weil sich in diesen Tonnen zwar Biomüll befand, dieser aber in Plastiktüten in die Tonnen wanderte. Ein besonderes Problem dabei sind so genannte „kompostierbare“ Tüten, die im Kreis Warendorf nicht genutzt werden dürfen. Weißenberg: „Im Kompostwerk in Ennigerloh verrotten diese Tüten nicht.“ Sein Tipp: Bioabfälle in herkömmlichen Tüten sammeln, Inhalt in die Biotonne entleeren, Tüte zum Restmüll. Oder einfach in Zeitungspapier einschlagen. 138 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger (85,7 %): Sie waren richtig befüllt mit Grünschnitt, Rasenschnitt oder Küchenabfällen.

In den nächsten Wochen wird die Aktion in Ennigerloh weitergeführt. Mit dabei sind Mitarbeiter von HORIZONTE – die AWG kooperiert mit dem gemeinnützigen Verein auch in anderen Bereichen. Die Biotonnen-Aktion lief im Kreis Warendorf unter Federführung der AWG in den vergangenen drei Jahren auch in Beckum, Beelen, Ahlen, Sassenberg und Oelde. In Ostbevern geht es Ende der Woche los.