Entsorgungssicherheit in Corona-Zeiten

Jeder kann helfen: viele kleine Stellschrauben

Für Besucher geschlossen: Das Verwaltungsgebäude im Entsorgungszentrum in Ennigerloh.

Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf. Das öffentliche Leben steht in der Corona-Krise weitgehend still. Gleichzeitig muss die kritische Infrastruktur aufrechterhalten werden. Die Entsorgung von Abfällen gehört dazu.

Die Entsorgungsbetriebe haben ihren Arbeitsrhythmus bereits an die besondere Situation angepasst, um Abfälle weiterhin verlässlich sammeln, transportieren und entsorgen zu können. An einigen Punkten bleibt das den Bürgerinnen und Bürgern nicht verborgen: So haben die Recyclinghöfe, Entsorgungspunkte und Wertstoffhöfe in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ihre Tore bereits in der vergangenen Woche geschlossen, die Schadstoffsammlung ist derzeit eingestellt. „Wir bitten dafür um Verständnis. In erster Linie wollen wir das Infektionsrisiko für unsere Kollegen und die Bürgerinnen und Bürger minimieren“, erklärt Andreas Meschede, Abteilungsleiter Dienstleistung im Unternehmensverbund aus AWG und GEG, den Entsorgungsgesellschaften der Kreise Warendorf und Gütersloh. „Aber für uns ist es auch wichtig, auf diese Mitarbeiter als Personalreserve zurückgreifen zu können, um die Entsorgungssicherheit zu gewährleisten.“ Denn in diesen Zeiten, wo alle Menschen vermehrt zu Hause sind, fallen zwangsläufig auch mehr Abfälle im eigenen Haushalt an.

Im Entsorgungszentrum in Ennigerloh, wo der Restabfall aus beiden Kreisen entsorgt wird, arbeiten die Kollegen immer im Schichtbetrieb. Neu ist, dass die Schichten jetzt komplett voneinander getrennt agieren. In der Verwaltung hat sich viel verändert: Externe dürfen das Gebäude gar nicht mehr betreten, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen arbeiten im Homeoffice. Die Verbleibenden haben sich einzeln auf die Büros verteilt. Alle Termine im Bereich Umweltbildung sind abgesagt, Beratung findet nur noch telefonisch statt. Die Müllabfuhr ist in einigen Kommunen entzerrt worden, so dass die Fahrzeuge teilweise schon ab 5 Uhr morgens unterwegs sind. Bürgerinnen und Bürger werden daher gebeten, die Abfalltonnen schon am Vorabend bereitzustellen. Übrigens: Die Entsorgung von in Haushalten anfallenden Abfällen, die eventuell mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kontaminiert sind (alle Hygieneartikel wie z.B. Taschentücher, Windeln, Verbände, Mundschutz) erfolgt gemeinsam mit dem Restmüll. Um sowohl bei den Erzeugern der Abfälle, Nutzern derselben Restmülltonne und den Müllwerkern eine Gefährdung sicher auszuschließen, sollen die Abfälle in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen gesammelt (z. B. in Plastik- oder Mülltüten) und verschlossen in die „grauen“ Restabfallbehälter eingefüllt werden.

Es gibt einiges, was jeder einzelne tun kann, um die Abfallentsorgung zu sichern:

  • Vermeiden Sie Abfall, wo immer es geht, da derzeit ohnehin mehr Abfälle aus privaten Haushalten anfallen.
  • Falls Sie die Zeit nutzen, um Dachboden oder Keller aufzuräumen, bedenken Sie bitte, dass die Recyclinghöfe derzeit geschlossen sind. Bitte verschieben Sie eine Entsorgung dann auf einen späteren Zeitpunkt.
  • Lagern Sie anfallenden Grünschnitt auf Ihrem eigenen Grundstück. So genannte „wilde“ Abfallablagerungen in der Landschaft beeinträchtigen das Ökosystem und sind verboten.
  • Haben Sie Verständnis, wenn der Müllwagen Ihren Schlaf schon um 5 Uhr in der Früh stört – so ist gewährleistet, dass alle Tonnen abgefahren werden können.