Problemfall Plastiktüte: Nicht in die Biotonne!

Der Handel bietet „kompostierbare“ Plastiktüten an, die aus einer Mischung herkömmlicher Kunststoffe und pflanzlicher Stärke bestehen.Im Kompostwerk des Kreises Warendorf in Ennigerloh führen diese Tüten, wie auch jede herkömmliche Tüte aus Plastik, zu großen Problemen.

Grundsätzlich sind die speziellen Beutel zwar biologisch abbaubar, brauchen dafür aber viel länger als die Zeitspanne, in der die moderne Technik den Kompost herstellt. „Im Ennigerloher Kompostwerk verrotten die Tüten nicht komplett“, betont Betriebsleiter Georg Hellenkamp. Die Folge: Sie verunreinigen den fertigen Kompost und sind darum über die Abfallsatzung des Kreises Warendorf in §11 Abs. 4 ausgeschlossen.

„Sehr schade ist es, wenn Bürger mit dem Kauf der teuren Tüten etwas Gutes tun wollen, darin auch richtig sortieren, aber die wertvollen Bioabfälle gar nicht kompostiert werden können“, erläutert Hellenkamp. Bei der Vorsortierung des Bioabfalls werden die biologisch abbaubaren Tüten genauso wie normale Plastikbeutel aussortiert: Da sie dieselben Eigenschaften wie normale Mülltüten aufweisen, ist eine Trennung technisch nicht möglich. Der wertvolle Inhalt geht verloren.

Die biologisch abbaubaren Tüten landen gemeinsam mit normalen Plastikbeuteln und anderen Störstoffen im aussortierten Restabfall, der vom Kompostwerk nicht verarbeitet werden kann und teuer entsorgt werden muss – als Restabfall. „Das kann sich sogar negativ auf die Abfallgebühren auswirken“, warnt Hellenkamp.  

Hellenkamp rät: „Anstatt der biologisch abbaubaren Tüten verwenden Sie bitte in geringen Mengen Küchenkrepp oder Zeitungspapier, um Ihre feuchten Bioabfälle einzuwickeln.“ Sein Tipp: Abfälle einfach in preiswerten Müllbeuteln sammeln, in die Biotonne entleeren und den Beutel selbst zum Restmüll geben.