Kompostwerk

Die Kompostierung als natürlicher Prozess wird im Kompostwerk des Entsorgungszentrums Ecowest im industriellen Maßstab genutzt, um Bioabfälle zum Produkt Kompost umzuwandeln. Neben gütegesicherten Frisch- und Fertigkomposten wird auch regenerative Energie aus Biogas im Kompostwerk erzeugt.

Öffnungszeiten Verkauf Kompostprodukte

Montag bis Freitag 08:00 bis 17:00 Uhr, samstags kein Kompostverkauf.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Zentrale des Kompostwerkes unter Tel. 02524 9307-500 oder per Mail.
 
Weitere Informationen zu dem Komposterzeugnissen finden sie auf der RETERRA Vertriebsseite.

Anwendungstipps finden Sie

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Kompostierung

Kompostierung

Wie ein großer Komposthaufen? 

Ja und nein! Der ablaufende Prozess der Rotte ist der gleiche wie im Komposthaufen im heimischen Garten. Bei ausreichend Restfeuchtigkeit und einer guten Versorgung mit Sauerstoff wird nach einiger Zeit aus organischem Material Kompost zur Düngung und Bodenverbesserung. Vor allem Kleinstlebewesen wie Würmer, Asseln und Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien sorgen im heimischen Garten für eine natürliche Umsetzung organischer Materie zu Kompost.  
Dies hat das Kompostwerk mit dem Komposthaufen gemein. Auf dem Gelände des Entsorgungszentrums ECOWEST läuft dieser Vorgang jedoch großtechnisch ab. Seit der flächendeckenden Einführung der Biotonne im Kreis Warendorf Mitte 1994 und der Eröffnung des Kompostwerkes, ermöglichte zunächst das BRIKOLLARE-Verfahren einen optimierten Kompostierablauf. Das BRIKOLLARE-Verfahren wurde 2016 beendet und durch einen umfangreichen Umbau an den Stand der Technik angepasst. Hierbei wird auf ein Rottetunnelsystem gesetzt.
Die Umsetzung der organischen Stoffe geschieht, anders als im Komposthaufen zu Hause, ausschließlich durch Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze. Die Bakterien haben einen großen Anteil an der ersten Phase des Umbaus, hierbei sind sie auf große Mengen Sauerstoff angewiesen. Bei diesem Umbau entsteht Wärme und der Kompost wird warm. Die Pilze sorgen für die Zersetzung von schwer abbaubaren Pflanzenresten wie Zellulose und Lignin.

Um die Qualität des Kompostes auf hohem Niveau zu halten, ist ein möglichst geringer Anteil an Störstoffen z. B. Metalle und Kunststoffe wichtig. Maßnahmen wie Siebung und Überbandmagnete gewährleisten einen nahezu störstofffreien und gütegesicherten Kompost (RAL-GZ 251). Die Kompostierung verläuft komplett biologisch und kommt ohne Zusatzstoffe aus.

Vorgeschaltet ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit in den Städten und Gemeinden des Kreises Warendorf. 

Ablauf der Kompostierung 

Nach Anlieferung der gesammelten Bioabfälle werden diese in einen Zerkleinerer gegeben, um feinkörnigeres Material zu erhalten.
Nach der Zerkleinerung wird das Biomaterial gesiebt mittels eines Sternsiebes. Die Siebung dient dazu größere Störstoffe wie Plastikteile und Steine vom Biomaterial zu trennen. Anschließend werden Metalle mittels Überbandmagneten entfernt. Nun erfolgt die Teilung des Stoffstromes. Der größere Teil wird in be- und entlüfteten Rottetunnel eingelagert, der kleinere Teil wird für die Biogasproduktion verwendet. Über eine feuchtigkeits- und sauerstoffgeführte Prozesssteuerung werden auch hier die Rottebedingungen optimiert. Hierbei wird sichergestellt eine hohe Temperatur für wenige Tage zu halten um Krankheitserreger wie Salmonellen abzutöten. Nach verschiedenen Umsetzintervallen und Siebungen mit Windsichtungen entsteht nach etwa zwei Wochen ein gütegesicherter Kompost in unterschiedlichen Körnungen (Fein-, Struktur- und Mulchkompost) für die verschiedenen Anwendungsbereiche.
Als Naturdünger unter dem rechtlich geschützten Namen Reterra wird er vor allem als Aktivkompost in der Landwirtschaft, in Sonderkulturen und im Erwerbsgartenbau eingesetzt. Hierzu zählen im gewerblichen Bereich die Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Handel und Erdenwerke, sowie Baumschulen und Friedhofsgärtnereien. Neben diesen losen Produkten steht für Privatkunden auch abgepackte Ware (Rindenmulch, Blumen- und Pflanzerde) sowie ein Privatabo für den kostengünstigen Kompostbezug bereit. Zudem dient der Dünger gemischt mit Humusboden als hochwertiger Mutterbodenersatz.

Biogasproduktion

Die Biogasanlage 

Seit Dezember 2010 wird aus einem Teil des Bio- und Grünabfalls Strom und Wärme produziert. Neben der selbstverständlich weiterhin praktizierten stofflichen Verwertung durch die Kompostierung, wird mit der zusätzlichen energetischen Verwertung ein weiterer wichtiger Beitrag zur Energiegewinnung aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen geleistet. 

Das Verfahren

In einem ausgeklügelten Trockenvergärungsverfahren wird das Biomaterial über einen Zwischenspeicher und eine Stopfschnecke kontinuierlich rund um die Uhr in einen komplett geschlossenen Gärbehälter eingetragen. Dort wird das Biomaterial von thermophilen Bakterien unter Sauserstoffausschluss (anaerob) zersetzt. Das so erzeugte Biogas hat einen Methangehalt von 50-60% und wird am Standort durch Blockheizkraftwerke in elektrische Energie umgewandelt. Hiermit kann der Strombedarf von ca. 1.250 Haushalten gedeckt werden.
Die produzierte Wärmeenergie wird zum Teil für die Prozessoptimierung (Fermenterheizung, Gärsubstrattrocknung) genutzt, zum Teil extern vermarktet. Die Jahreswärmemenge entspricht ca. 345.000 Litern Heizöl. Im Fermenter sorgt im weiteren Verlauf ein robustes Rührwerk für die gleichmäßige Durchmischung, den Materialvorschub und den Gasaustrag. Nach einer Verweilzeit von 14-21 Tagen wird der pumpfähige Gärrückstand ausgetragen und in einem speziellen Mischtunnel mit trockenem Strukturmaterial, sowie frisch zerkleinertem und biologisch aktiven Bio- und Grüngut vermischt. Für die  Rotte wird das Material per Radlader in 16 Rottetunnel eingelagert.
Der nun folgende Trocknungs- und Kompostierungsprozess läuft wieder im aeroben Zustand, also unter Sauerstoffzufuhr, ab. Das Rottegut wird in komplett abgeschlossenen Kammern über Belüftungsböden optimal belüftet und die biologische Aktivität, kombiniert mit der Vorerwärmung der Zuluft, sorgt innerhalb von 1-2 Wochen für ein fertiges Endprodukt. Dieser ebenfalls gütegesicherter Fertigkompost wird als Dünger und Bodenverbesserer vermarktet und trägt somit als Substitut für Torf oder Mineraldünger zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.