Kompostwerk

Die Kompostierung als natürlicher Prozess wird im Kompostwerk des Entsorgungszentrums Ecowest im industriellen Maßstab genutzt, um Bioabfälle zum Produkt Kompost umzuwandeln. Neben gütegesicherten Frisch- und Fertigkomposten wird auch regenerative Energie aus Biogas im Kompostwerk erzeugt.

Öffnungszeiten Verkauf Kompostprodukte

Montag bis Freitag 08:00 bis 17:00 Uhr, samstags kein Kompostverkauf. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Zentrale des Kompostwerkes unter Tel. 02524 9307-500 oder per Mail.
Weitere Informationen zu dem Komposterzeugnissen finden sie auf der Humerra Vertriebsseite.
Die aktuelle Preisliste sowie Anwendungsempfehlungen des Kompostwerkes finden Sie

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Bitte beachten: 
Verkaufszeit samstags in der Frühjahrs- und Herbstsaison, bitte nachfragen!

Kompostierung

Wie ein großer Komposthaufen? 

Ja und nein! Der ablaufende Prozess der Rotte ist der gleiche wie im Komposthaufen im heimischen Garten. Bei ausreichend Restfeuchtigkeit und einer guten Versorgung mit Sauerstoff wird nach einiger Zeit aus organischem Material Kompost zur Düngung und Bodenverbesserung. Vor allem Klein- und Kleinstlebewesen wie Würmer, Asseln, Pilze und Bakterien sorgen im heimischen Garten für eine natürliche Umsetzung organischer Materie zu Kompost.  
Dies hat das Kompostwerk mit dem Komposthaufen gemein. Auf dem Gelände des Entsorgungszentrums ECOWEST läuft dieser Vorgang jedoch großtechnisch ab. Seit der flächendeckenden Einführung der Biotonne im Kreis Warendorf Mitte 1994 und der Eröffnung des Kompostwerkes, ermöglichte zunächst das BRIKOLLARE-Verfahren einen optimierten Kompostierablauf. Das Verfahren wird derzeit durch einen umfangreichen Umbau an den Stand der Technik angepaßt. Hierbei wird auf ein Rottetunnelsystem gesetzt.
Die Umsetzung der organischen Stoffe geschieht, anders als im Komposthaufen zu Hause, ausschließlich durch Kleinstlebewesen (Mikroorganismen) und Bakterien. 
Um die Qualität des Kompostes auf hohem Niveau zu halten, ist ein möglichst geringer Anteil an Störstoffen z. B. Metalle und Kunststoffe wichtig. Maßnahmen wie Siebung, Überbandmagnete und manuelle Sortierung gewährleisten einen nahezu störstofffreien und gütegesicherten Kompost (RAL-GZ 251). 
Vorgeschaltet ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit in den Städten und Gemeinden des Kreises Warendorf. 

Ablauf der Kompostierung 

Nach Anlieferung der gesammelten Bioabfälle gelangen diese durch eine Grobsiebung mit anschließender manueller Störstoffauslese zur Hammermühle, wo die Abfälle zerkleinert werden.

Nach der Zerkleinerung erfolgt die Einlagerung in be- und entlüfteten Rottetunnel. Über eine feuchtigkeits- und sauerstoffgeführte Prozesssteuerung werden auch hier die Rottebedingungen optimiert. Nach verschiedenen Umsetzintervallen und Siebungen entsteht nach etwa zehn bis zwölf Wochen ein gütegesicherter Fertigkompost in unterschiedlichen Körnungen (Fein-, Struktur- und Mulchkompost) für die verschiedenen Anwendungsbereiche.
Als Naturdünger unter dem rechtlich geschützten Namen Humerra® wird er vor allem als Aktivkompost in der Landwirtschaft, in Sonderkulturen und im Erwerbsgartenbau eingesetzt. Als Substrat aufgemischt wird mit Humusboden als hochwertigem Mutterbodenersatz der Markt bedient. Hierzu zählen im gewerblichen Bereich die Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Handel und Erdenwerke, sowie Baumschulen und Friedhofsgärtnereien. Neben diesen losen Produkten steht für die Privatkunden auch abgepackte Ware (Rindenmulch, Blumen- und Pflanzerde) und ein Privatabo für den kostengünstigen Kompostbezug bereit. 

Biogasproduktion

Die Biogasanlage 

Seit Dezember 2010 wird aus einem Teilstrom des Bio- und Grünabfalls Strom und Wärme gewonnen. Neben der selbstverständlich weiterhin praktizierten stofflichen Verwertung durch die Kompostierung, wird mit der zusätzlichen energetischen Verwertung ein weiterer wichtiger Beitrag zur Energiegewinnung aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen geleistet. 

Das Verfahren

In einem ausgeklügelten Trockenvergärungsverfahren wird das Biomaterial über einen Zwischenspeicher und eine automatisierte Förder- und Dosiertechnik kontinuierlich rund um die Uhr in einen komplett geschlossenen Gärbehälter eingetragen. Dort wird es von thermophilen Bakterien unter Luftabschluss (anaerob) zersetzt. Das so erzeugte Biogas hat einen Methangehalt von 50-60% und wird am Standort durch Blockheizkraftwerke in elektrische Energie umgewandelt. Hiermit kann der Strombedarf von ca. 1.250 Haushalten gedeckt werden.
Die produzierte Wärmeenergie wird zum Teil für die Prozessoptimierung (Fermenterheizung, Gärsubstrattrocknung) genutzt, zum Teil extern vermarktet. Die Jahreswärmemenge entspricht ca. 345.000 Litern Heizöl. Im Fermenter sorgt im weiteren Verlauf ein robustes Rührwerk für die gleichmäßige Durchmischung, den Materialvorschub und den Gasaustrag.Nach einer Verweilzeit von 14-21 Tagen wird der pumpfähige Gärrückstand ausgetragen und in einem speziellen Mischtunnel mit trockenem Strukturmaterial, sowie frisch zerkleinertem und biologisch aktiven Bio- und Grüngut vermischt. Für die  Nachrotte wird das Material per Radlader in neun Rottetunnel eingelagert.
Der nun folgende Trocknungs- und Kompostierungsprozess läuft wieder im aeroben Zustand, also unter Luftzufuhr, ab. Das Rottegut wird in komplett abgeschlossenen Kammern über Belüftungsböden optimal belüftet und die biologische Aktivität, kombiniert mit der Vorerwärmung der Zuluft, sorgt innerhalb von 1-2 Wochen für eine fertiges Endprodukt. Dieser ebenfalls gütegesicherter Fertigkompost wird als Dünger und Bodenverbesserer vermarktet und trägt somit als Substitut für Torf oder Mineraldünger zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.